Datenschutz und Nutzungserlebnis auf hütchen.de

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Ihnen ein optimales Website-Erlebnis zu bieten und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Weitere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzhinweisen und im Impressum.

Einwilligungseinstellungen

Hier können Sie eine eigenständige Konfiguration der zugelassenen Cookies vornehmen.

Technische und funktionale Cookies, für das beste Nutzererlebnis
?
Marketing-Cookies, um die Erfolgsmessung und Personalisierung bei Kampagnen gewährleisten zu können
?
Tab2

Willkommen auf HüTCHEN.DE

hütchen.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Hut

Startseite > Hut

Der '''Hut''' ist eine Kopfbedeckung, die sich durch die feste Form und die umlaufende Krempe von einer unterscheidet. Verläuft dieser Rand um den Hut nicht ganz um den Kopf, spricht man von einer '''Kappe'''. Unter der Bedeutung Hut gleich Schutz gibt es differenzierende Bezeichnungen wie Regenhut, Sommer- oder Sonnenhut, wobei der breite Rand den Träger vor dem Wetter schützt, kühlt oder wärmt, wie zum Beispiel beim Sombrero und beim . Neben seiner praktischen Funktion kann der Hut zur Unterstreichung und zum Ausdruck der Persönlichkeit seines Trägers dienen und die Zugehörigkeit des Trägers zu einer Gesellschaftsschicht, Berufsgruppe oder ähnlichen Vereinigung symbolisieren.

Traditionelle Hersteller von Hüten sind Modisten und Hutmacher, deren Zulieferer ist der Hutformenbauer. Als Hutstumpen bezeichnet man ein Zwischenprodukt für die Herstellung der verschiedensten Hutformen. Die sprichwörtliche Hutschnur um die Hutkappe verhindert das Auseinandergehen des Hutes.

Herkunft des Wortes

Das Wort Hut stammt von </ref>

Die feminine Form (mhd. ''huote'') bezeichnet dagegen Aufsicht, Fürsorge, Schutz im Allgemeinen, vgl. ''hüten''. Diese wurde unter anderem in Bezug auf , die Bewachung von Frauen ''(siehe huote-Exkurs in Tristan)'', aber auch militärische Wachen verwendet. Daraus entwickelte sich die Redensart ?auf der Hut sein?.

Umgangssprachlich gab und gibt es verschiedene Bezeichnungen für einen Hut: ''Deckel'', ''Dohle'', ''Dunstkiepe'', ''Zivilhelm'', ''Resedatopf'', der Zylinderhut; außer ''Angströhre'' auch ''Aalkasten'', ''Wichskasten'', ''Ofenrohr'', ''Rußmütze'', ''Gottesackerlaterne'' oder ''Fünfliterhut.''

Material

Hüte können aus verschiedensten Materialien hergestellt werden, zum Beispiel aus

Bei Filzhüten wird weiter unterschieden zwischen normalen (mit vorgepressten Formen) und ''falt''- und ''rollbaren'' Qualitäten. Hier gibt es verschiedene bekannte Markennamen für diese Filzqualitäten Litefelt®, Pliofelt® (Akubra), Vitafelt® (Stetson), wobei ''falt''- und ''rollbar'' nicht dasselbe ist.

Außerdem können Hüte auch aus Baumwoll-, Leinen- und Hanfstoffen und verschiedenen Stroharten sowie Papierarten, Chemiefasern oder Leder bestehen. Ferner unterscheidet man bei Stoffhüten die Webart und bei die Flechtart eines Hutes. Eine spezielle Hutart ist der brasilianische ?Tarp-Hut?, dieser besteht aus recyclierten LKW-Planen.

Speziell Wollfilzhüte, aber auch Hüte aus Stroh und anderen Materialien können gesteift oder unversteift ausgeführt sein. Um die Materialien Wollfilz, Stroh etc. steifer zu machen werden verschiedene Versteifungsmittel beziehungsweise Festiger verwendet. Traditionell wurde , abgerufen am 30. Juni 2017.</ref>

Hutanatomie

Hutteile und -stellen

Nachdem der Hutstumpen in Form gebracht wurde, werden die verschiedenen Hutstellen und Hutteile wie folgt unterschieden: Eine Ursache ist auch darin zu sehen, dass mit Aufkeimen der Popkultur individuelle Frisuren als Ausdrucksmittel des persönlichen Stils immer wichtiger wurden. Klassische Hüte waren dabei kontraproduktiv.

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden eher Kopftücher, Kappen, Mützen, Turbane oder sogenannte Arafat-Tücher (nach dem Führer der palästinensischen Freiheitsbewegung, dessen Markenzeichen das traditionelle arabische Tuch war) als Kopfbedeckung gewählt. Immer noch in Mode waren Leder- und Strohhüte der Hippies. Anfang der 1970er-Jahre gab es sogar Abendkleider mit Kapuzen als modische Kurzzeiterscheinung. ?Allgemein werden Kopfbedeckungen nur noch als Kälteschutz getragen? hieß es 1999 ? fast schon abschließend ? in dem wichtigsten deutschen Modelexikon.

Der klassische Hut wird allenfalls noch von -Gehrock.

Mit dem Niedergang des klassischen Hutes verlor das ehemals nicht unbeträchtliche Hutmacherhandwerk (Putzmacherei) an Bedeutung. Heute wird es insbesondere als Theaterberuf betrieben, es gibt aber mittlerweile auch wieder wenige kleine, individuelle Hutmacherfirmen, wo teure Kopfbedeckungen in klassischer Handarbeit entstehen.

Gegenwart

Jugendliche führten in den 1980er-Jahren in Deutschland die US-amerikanische Baseballcap ein. Seit den 1980er-Jahren ist die preiswerte Kappe in vielen gesellschaftlichen Schichten zu finden.

Gerade weil der Hut heute als altmodisch gilt, eignet er sich gut, um wieder zum Hingucker zu werden. Bei vielen Veranstaltungen des europäischen Hochadels ist er immer noch Pflicht.

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends gab es eine teilweise Wiederbelebung der Kopfbedeckung. Es begann damit, dass sich männliche Jugendliche in einer modischen Attitüde Strick-Mützen bis über die Ohren zogen ? unabhängig von Ort und Temperatur. Die Mützen werden ?Beanie? genannt ? vermutlich nach dem englischen ''bean'' für ?Bohne.

Seit etwa 2005 feiert der klassische Herrenhut vor allem in Szenekreisen ein Comeback. Vornehmlich handelt es sich dabei um den Typ ?Trilby?. Es ist ein Modell mit schmaler Krempe. Popmusiker Justin Timberlake begann mit dieser Mode, Jazz-Sänger Roger Cicero und Mehrzad Marashi (DSDS-Superstar 2010) traten grundsätzlich mit diesem Hut auf und machten ihn zu ihrem Markenzeichen. Der traditionsreiche Huthersteller ''Mayser'' bot 2010 unter dem Motto ?Ein Stil wird Hut. Elegant und cool? einen ?Roger-Cicero-Hut? an.

Mit den Hüten verschwanden in vielen Städten auch die Hutläden und entsprechende Abteilungen in den meisten Kaufhäusern. In Trier wurde daher das letzte Geschäft für Herrenhüte in der Stadt geschlossen ? eines von ursprünglich über 20 ? sowie ein Hutladen für Damenhüte. Beide, mit Anfängen aus der Zeit um 1900, sind heute im Freilichtmuseum Roscheider Hof aufgebaut.

<gallery mode="packed" class="center" heights="160">
Woman-hat.jpg|Damenhüte bei einem Pferderennen in Melbourne 2007
Girl with hat.jpg|Trilby als Mode-Accessoire, Rockfestival in Bonn, 2007
Kreissäge2.JPG|Strohhut
Landjugend.jpg|Tirolerhut (Hiashut)
</gallery>

Klassifikation

Man unterscheidet unter anderem:
  • Akubra, eine australische Hutmarke
  • Andalusier, schwarzer Herrenfilzhut mit Kinnband aus Spanien
  • , Frauenhut des 18. Jahrhunderts
  • Boater, ein spezieller Strohhut aus England
  • Borsalino, eine italienische Hutmarke, steht für klassische Herrenhüte
  • Chapeau Claque oder Klapphut, ein zusammenklappbarer Seidenzylinder
  • Doktorhut
  • Dorveille, Zylinderhut für Damen
  • Dreispitz oder Dreimaster
  • Fedora, Filzhut
  • Florentinerhut, ein Damenstrohhut des 19. Jahrhunderts mit schwingender Krempe aus Weizenstroh
  • Glockenhut oder Cloche
  • Homburg, elegant, staatstragend
  • Kalabreser, Filzhut mit einem spitz zulaufenden Kopf
  • Kapotte, ein kleiner Damenhut mit Kinnband des 19. Jahrhunderts
  • Kastorhut, aus ''Biberfilz'' gefertigter Vorläufer des Zylinders
  • ''Kreissäge'', flacher Herrenstrohhut mit gezacktem Rand
  • Melone, ''Bowler'' oder ''Derby'', auch ''Glocke''; hauptsächlich in England
  • Mitra traditionelle liturgische Kopfbedeckung der
  • Panamahut, ein Strohhut, das Material stammt von einer Palmenart aus Ecuador.
  • Porkpie, ein runder Hut mit schmaler Krempe und einem leicht aufgebogenen Rand
  • , ein gekalkter Strohhut des 18. Jahrhunderts aus dem Schwarzwald
  • Schute oder Kiepenhut, ein haubenartiger Damenhut des 19. Jahrhunderts
  • Sombrero, besonders breite Krempe, hauptsächlich mexikanische Folklore,
  • Stetson, ein amerikanischer Huthersteller, steht für Cowboyhüte
  • Stößer (österreichisch), siehe Melone, in Wien Teil der vorschriftmässigen Berufskleidung des « Fiakers » (österreichisch) beziehungsweise Lohnkutschers
  • Strohhut, wird in der warmen Jahreszeit getragen, Damen- oder Herrenhut, aus Panamastroh, Hanf, Seegras oder anderem
  • Topfhut, Damenfilzhut, der beide Ohren bedeckt
  • Tschako, früherer militärischer Hut
  • Tweedhut, weich, leger, meistens ein Stoffhut
  • Zimmermannshut, von den Zimmerleuten als ''Kalabreser'' bezeichnet, einer ähnlichen Hutform
  • Zweispitz (Hut)
  • Zylinder, aus Filz oder Seide

Besondere Hüte

Geweihte Hüte

Der Papst verschenkte in früheren Zeiten Hüte, die er in der Christmette geweiht hatte, an verdiente en und Feldherren oder an solche, die er zu gewinnen suchte. Den letzten derartigen Hut erhielt Feldmarschall Daun nach der Schlacht bei Hochkirch.

Kirchenhüte

Die Pronotarien der päpstlichen Kurie tragen einen schwarzen Hut, genannt Cappello romano mit Quasten. Die haben einen roten Hut, genannt Galero, mit 15 Quasten, der Erzbischof einen mit 10, der Bischof einen mit sechs und der Abt einen solchen mit drei Quasten auf jeder Seite.

Fürstenhüte

Weltliche Fürsten trugen den so genannten , der zwischen der Grafen- und der Königskrone stand. Der ''Kurhut'' der deutschen en wich vom Fürstenhut ab: er besaß keine Metallspangen.

Laut Schillers Wilhelm Tell befestigte der Landvogt Hermann Gessler seinen Hut als Symbol für den Landesherren selbst an einer Stange und ließ diesen von der Bevölkerung grüßen. Bei Nichtbeachtung drohte eine Strafe.

Sonstiges

Am 28. September 2018 gab die eine Sonder-Briefmarke in Form eines aus Merinoschafwolle gestickten Bildes eines Steirerhuts heraus.

Siehe auch

  • Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Literatur

  • Gisela Albrod: ''(K)ein alter Hut.'' Eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland, Rheinisches Museumsamt. Rheinland-Verlag, Köln 1986, ISBN 978-3-7927-0941-2.
  • Hilda Amphlett: ''Hats: a history of fashion in headwear.'' 1974, Nachdruck Mineola, Dover Publications 2003, ISBN 978-0-486-13658-5.
  • Tobias Engelsing: ''Chapeau! Berühmte Kopfbedeckungen 1700?2000.'' Anlässlich der Ausstellung vom 23. Juli bis 27. November 2011, Stadt Konstanz 2011, ISBN 978-3-929768-29-9.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe/Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): ''Hut & Co. 150 Jahre Hutgeschichte.'' Bocholt 2007.
  • Roswitha Mattausch-Schirmbeck: ''?Gut behütet?. Begleitschrift zur ständigen Ausstellung des Hutmuseums im Museum der Stadt Bad Homburg v.d. Höhe.'' Gotisches Haus, Bad Homburg 1985.
  • Andreas Ley: ''Hüte: Von Kopf bis Hut; Kopfbedeckungen aus der Textilsammlung des Münchner Stadtmuseums vom 18. Jahrhundert bis 1984.'' Edition Minerva, München 1984, .
  • {{Literatur

Weblinks

  • Anzeige und zu ''Chapeau ? Berühmte Kopfbedeckungen 1700?2000.'' Ausstellung im Konstanzer Rosgartenmuseum, Juli bis November 2011
  • Film zur kulturgeschichtlichen Ausstellung ''Hauptsache Hut. 150 Jahre Hutgeschichte'' im LVR-Industriemuseum Euskirchen (bis 8. Juli 2012), bei ''youtube''
  • Ausstellungsbesprechung zu ''Fräulein Haberbeck und ihre Hüte. Kreationen zwischen Jugendstil und Moderne'' im Lippischen Landesmuseum Detmold und ''2000 Hüte. Kopfbedeckungen aus der Sammlung'' im , April bis Oktober 2000
  • Timo Frasch: ''Die hutlose Gesellschaft'', faz.net vom 9. Dezember 2011

Einzelnachweise